TSV verliert durch einen Treffer in der allerletzten Minute

Zum Auftakt des 12. Spieltags der Oberliga Niederrhein musste der TSV Meerbusch am Freitagabend beim Wuppertaler SV im altehrwürdigen Stadion am Zoo antreten. Gegen die favorisierten Wuppertaler kassierte die von Robert Palikuca glänzend eingestellte Mannschaft erst in der letzten Minute der Nachspielzeit den K.O.-Treffer. Dem gingen Schiedsrichterentscheidungen voraus, die nicht immer von beiden Trainern und den anwesenden Zuschauern nachvollzogen werden konnten.
Nach Anpfiff der Oberliga-Begegnung durch Schiedsrichter Davide Zeisberg hatten die Wuppertaler zunächst mehr vom Spiel und kamen zu ersten Chancen. Durch ihr aggressives Offensivspiel drängten sie die TSV-Spieler mehr und mehr in die Abwehr. In der 5. Spielminute brannte es im TSV-Strafraum zum ersten Mal lichterloh, als nach einer Ecke TSV-Torwart Franz Langhoff am Ball vorbeigriff und der Ball an Freund und Feind vorbei ins Aus flog. Die Wuppertaler Stürmer waren zu überrascht, um diese große Torchance auszunutzen. In der 17. Spielminute führten die Wuppertaler Angriffsbemühungen zu zwei Eckbällen, die aber keinen zählbaren Erfolg brachten. Im weiteren Spielverlauf konnten die Meerbuscher durch gekonntes Direktspiel mehr und mehr Druck aus den Offensivaktionen der Wuppertaler nehmen und selbst erste Angriffe starten. Nach einem mustergültig ausgespielten Konter erzielte Micah Cain in der 21. Spielminute den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Führungstreffer für den TSV. Lange konnte sich das Palikuca-Team aber nicht über die Führung freuen. In der 28. Spielminute gelang Dario Biancardi nach einem Missverständnis in der TSV Abwehr der Ausgleichstreffer. Vier Minuten später hatte er die Führung für die Wuppertaler auf dem Fuß, konnte den Ball aber nicht im Meerbuscher Tor unterbringen. In der 41. Spielminute entschärfte Franz Langhoff mit einer Glanzparade die große Chance zur Wuppertaler Führung. Auch der TSV kam vor dem Pausenpfiff noch zu einer Großchance durch Micah Cain. Dem Wuppertaler Team war eine gewisse Verunsicherung anzumerken, weil sie nach den hohen Siegen in den vorherigen Spielen nicht mit so einer beherzten Gegenwehr des Tabellenvorletzten gerechnet hatten.
Nach der Halbzeitpause setzten die Meerbuscher zur Überraschung der Wuppertaler weiter offensive Nadelstiche. In der 58. Spielminute konnte der kurz zuvor eingewechselte Christian Bus nur durch ein Foul im Strafraum der Wuppertaler gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Sanjin Vrebac sicher zum 1:2. In dieser Phase verlor das Wuppertaler Team seine spielerische Linie. Den Spielern gelangen kaum noch klare Aktionen. Fast zwangsläufig fiel deshalb in der 65. Spielminute das 1:3 für den TSV durch den ebenfalls kurz zuvor eingewechselten Vedad Music. Danach drängten die Wuppertaler mit aller Macht auf den Anschlusstreffer und drängten die Meerbuscher in die Defensive. In der 77. Spielminute fiel der Anschlusstreffer durch David Widlarz, der nach einem Freistoß den Abpraller im Meerbuscher Tor versenkte. Das Spiel wurde jetzt immer hektischer, auch weil der Schiedsrichter es nicht mehr schaffte, durch eine klare Linie das Spiel zu beruhigen. Wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer gelang Eren Albayrak der Ausgleichstreffer. Bis zum Ende der regulären Spielzeit verhinderte Franz Langhoff mit Glanzparaden weitere Tore des WSV. In der zweiten Minute der fünfminütigen Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Davide Zeisberg Leart Lahi dann für eine Allerweltsaktion die Gelb-Rote-Karte. Als die Nachspielzeit schon mehr als eine Minute abgelaufen war, schoss Brightney Igbinadolor mit der letzten Aktion des Spiels das vielumjubelte Tor zum 4:3 Endstand.
Die Niederlage in allerletzter Minute muss die junge Mannschaft erst einmal verkraften. Hier ist in den nächsten Tagen das psychologische Fingerspitzengefühl des Trainerteams gefragt, um die Spieler wieder aufzurichten. Mut macht, dass die Mannschaft durch ihr beherztes und mutiges Spiel, den Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. Jetzt gilt es, in den nächsten Spielen die notwendigen Punkte zu holen, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Das Potential dazu ist auf jeden Fall im Team vorhanden.

Autor: Klaus Radek – Foto: TSV Meerbusch

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